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Fußgängertunnel am Bahnhof Aschaffenburg

Kunstvolle Wandgestaltung mit Fliesen-Unikaten bringt helle Leichtigkeit

Gewöhnlich sind Unterführungen trist und düster. Aber das muss nicht zwangsläufig so sein – wie der 2012 neu gestaltete Fußgängertunnel am Bahnhof Aschaffenburg beweist. Eigens angefertigte Fliesenunikate zieren Seitenwände und Kopfseite des 110 Meter langen „Himmelstunnel“, der mit schwebenden Elementen wie aufsteigenden Luftballons, Schmetterlingen und Pusteblumen erfrischende Weite und Leichtigkeit in die unterirdische Röhre bringt.

Referenz Bahnhof Aschaffenburg: Leichtigkeit in lichtem Blau. Die Gestaltung der Bildmotive erfolgte nach Entwürfen der Künstlerin Jo Zeh-Kosanke. Foto: Artefactur ©Villeroy & Boch Fliesen

Die hochwertige keramische Wandgestaltung mit dem Titel „Die Leichtigkeit im lichten Blau“ nach Motiven der Künstlerin Jo Zeh-Kosanke fertigte Villeroy & Boch Fliesen im hauseigenen Manufakturbereich, der unter dem Namen „Artefactur“ das Know-How von Architekten und Keramikingenieuren verbindet.

Im Zuge der Modernisierung des Bahnhofs Aschaffenburg wurde 2012 ein erweiterter Fußgängertunnel eröffnet. Er verbindet den Empfangsbereich des Bahnhofs mit dem Stadtteil Damm. Foto: Artefactur ©Villeroy & Boch Fliesen

Um die Bildmotive von Jo Zeh-Kosanke perspektivisch „entzerrt“ auf die Wandflächen zu übertragen, mussten die Experten der „Artefactur“ umfangreiche Berechnungen anstellen. Im Bild: Die Verlegearbeiten nach Plan. Foto: Artefactur ©Villeroy & Boch Fliesen

Am Beginn der Planung stand eine Reise nach Aschaffenburg. Vor Ort nahmen die Keramik-Experten die Bedingungen in Augenschein. Da die für die Verkleidung mit den Fliesentableaus vorgesehenen Wandaussparungen allesamt in Höhe und Breite variierten, entschied sich das Planungsteam für eine einheitliche Vergrößerung aller Entwürfe auf ein Überformat, auf die anschließende perspektivische Ausrichtung der Fluchten und den Beschnitt auf die jeweils nötige Größe. Eine immens wichtige Planungsarbeit, die ohne das künstlerische Verständnis und die Architekturkompetenz der „Artefactur“ kaum möglich gewesen wäre. Um den hohen Belastungen einer Unterführung zu genügen und den Motiven der Künstlerin gleichzeitig Ausdruck zu geben, wurde die Wandgestaltung im Digitaldruck realisiert. Durch dieses innovative Druckverfahren konnten die Blauanteile des Himmels individuell ausgesteuert werden. Der Effekt: Eine eindrucksvolle Natürlichkeit, die die Wirkung des Kunstwerks verstärkt.

Jede Fliese ist ein Unikat – um das Verlegen zu erleichtern, versieht das „Artefactur“-Team jede Fliese mit einer individuellen Kodierung. Foto: Artefactur ©Villeroy & Boch Fliesen

Verlegesicherheit nach Plan: Ein exakter Verlegeplan und einzeln numerierte Fliesen ermöglichten eine zügige Verlegung.
Foto: Artefactur ©Villeroy & Boch Fliesen

Insgesamt produzierte Villeroy & Boch Fliesen für die 280 Quadratmeter Wandfläche 838 Fliesen im Format 60 x 60 cm. Um die Montagearbeiten in Aschaffenburg zu unterstützen, lieferte das Unternehmen die einzeln kodierten Fliesen mit einem präzisen Verlegeplan aus. Anhand der exakten Positionsbezeichnungen fand jedes einzelne Fliesenunikat zügig an die vorgesehene Stelle des überdimensionalen Wandbilds.

www.artefactur-4me.com/
www.villeroy-boch.com

Gebäudetyp: Unterführung
Verband: Industrieverband Keramische Fliesen + Platten e.V.
Hersteller: Villeroy & Boch Fliesen
Bauherr: Stadt Aschaffenburg in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn
Standort: Bahnhof Aschaffenburg
Entwurf: Jo Zeh-Kosanke

2017-08-13T16:21:58+00:00