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Barrierefreies Bad

Hohe Bewegungsfreiheit und optisch ansprechendes Design: Barrierefreie Bäder liegen im Trend

Das unabhängige Leben und Wohnen im Alter steht und fällt mit der komfortablen Nutzbarkeit des Badezimmers. Ein barrierefreies Bad auf großzügigem Grundriss bietet bewegungseingeschränkten Personen oder Senioren die Möglichkeit, bis ins höhere Alter selbstständig zu Wohnen und insbesondere in Sachen Körperpflege eigenständig zu bleiben. Aber auch `Best Ager´ oder junge Familien profitieren vom hohen Nutzungskomfort von Bädern, die nach den Kriterien der Barrierefreiheit geplant sind. Denn barrierefreie Bäder bieten einen hohen Bewegungskomfort und zugleich die Möglichkeit, eine optisch moderne, großzügige Badgestaltung umzusetzen.

Auch jüngere Bauherren setzen im Bad zunehmend auf Barrierefreiheit – und genießen den hohen Bewegungskomfort vom ersten Tag an. (Foto: Agrob Buchtal)

Barrierefrei oder Rollstuhlgerecht? Welche Kriterien sollte ich als privater Bauherr bei der Badplanung berücksichtigen?

Im privaten Wohnungsbau dienen DIN-Vorschriften für die barrierefreie Gestaltung von Sanitärräumen lediglich als Orientierung – jeder Bauherr entscheidet selbst, wie viel Komfort, Sicherheit und Design er bei seiner Badplanung berücksichtigen möchte. Beim Neubau oder der Modernisierung eines Badezimmers, das sich in der Zukunft ohne großen Aufwand in ein barrierefreies oder sogar rollstuhlgerechtes Badzeimmer verwandeln soll, sind großzügig bemessene Bewegungsflächen sowie richtig platzierte Sanitärobjekte wichtig.

Anforderungen an ein barrierefreies Bad im Überblick:

  • Ein großzügig bemessener Grundriß und ausreichend große Bewegungsflächen von 120 x 120 cm im Bereich der Sanitärobjekte (für rollstuhlgerechte Bäder werden 150 x 150 cm Bewegungsfläche benötigt)
  • Verbreiterung der Tür (mind. 80 Zentimeter, besser 90 Zentimeter); Türanschlag nach außen oder Schiebetür bei begrenztem Platz
  • Begehbarer, bodenebener Duschbereich; ideal ist eine geflieste Ausführung mit rutschhemmeden Fliesen der Klasse R10 oder B.
  • Sitzgelegenheit in der Dusche (Klappsitz oder verflieste Sitzbank)
  • Badewanne frei zugänglich (bei Bedarf: Einstiegshilfe und Festhalte-Griffen)
  • Waschtisch in unterfahrbarer Ausführung, z.B. moderne Konsolenkonstruktion mit Aufsatzwaschtisch in mindestens 80 cm Höhe;
  • Montage von WCs, Wasch-WCs oder Bidets auf komfortabler Höhe (46 bis 48 Zentimeter)
  • Verstärkungen in der Wand in allen Funktionsbereichen wie WC, Badewanne, Dusche für die Anbringung von Festhalte-Griffen
    (Festhalte-Griffe können ggf. erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden)
  • Für Stand- und Trittsicherheit sorgen Bodenfliesen in rutschhemmender Ausführung

Bauen für die Zukunft: Heute Komfort im Bad genießen, später unkompliziert und nach Bedarf ein barrierefreies Bad nutzen

Neben einer großzügig bemessenen Grundrißgestaltung und der Anordnung der Funktionsbereiche ist ein großzügiger, bodenebener Duschbereich das A und O für alle, die vorausschauend ein barrierefreies Bad planen wollen. In verfliester Ausführung lässt sich eine begehbare Dusche optisch „nahtlos“ an die übrige Bodenfläche im Bad anpassen und erzielt so eine optisch großzügige Raumanmutung. Einen heißen Tipp zum Thema komfortabel duschen liefert Jens Fellhauer vom Bundesverband Keramische Fliesen:
„Eine optisch ansprechende und zugleich äußerst bequeme Alternative zu Klappsitzen sind fest eingebaute, verflieste Sitzbänke. Zum optischen Hingucker werden sie durch Verfliesung des Duschbereichs mit Mosaik-Fliesen. Mit Mini-Formaten, die sich harmonisch um die Ecke schmiegen, lassen sich Kanten nach Wunsch abrunden.“

Die Standfläche einer bodenebenen Dusche kann bei beengtem Raum als Bewegungsfläche mitgenutzt werden, z. B. in Kombination mit so genannten „Dreh-Falttüren“, die bis auf die Wandflächen einklappbar sind.

Wer in jüngeren Jahren beim Neubau oder bei der Badmodernisierung bereits bei allen Funktionsbereichen im Bad Verstärkungen in der Wand einplant bzw. einbaut, kann dort später problemlos nachträglich Haltegriffe anbringen.

Ein unterfahrbarer Waschtisch sowie eine Sitzfläche in der Dusche erhöhen den Nutzungskomfort im barrierefreien Bad. (Foto: Jasba)

Ein unterfahrbarer Waschtisch lässt sich beim vorausschauenden barrierefreien Bauen zunächst mit einem Schrank oder einer Schubladenkonsole unterbauen, der im Familienbad für großzügigen Stauraum sorgt.

Rutschhemmende Fliesen sorgen für Stand- und Trittsicherheit im barrierefreien Bad

Nicht nur auf der Standfläche von gefliesten, begehbaren Duschen, sondern überall im Bad emfiehlt es sich, rutschhemmende Bodenfliesen einzusetzen. Markenhersteller bieten zahlreiche Bodenfliesen für das Bad in unterschiedlichen Rutschhemmungsklassen an – so können Sie den Badboden aus einem Guss gestalten und dennoch auf der Duschfläche eine höhere Rutschhemmung (z.B. Klasse R 10 oder B) wählen als im übrigen Bad (z.B. R 9)

Da die Atmosphäre im Bad entscheidend von der Wand- und Bodengestaltung beeinflusst wird, lohnt es sich auch bei barrierefrei geplanten Bädern, die Badfliesen in Ruhe auszuwählen. Denn aufgrund der Vielfalt des heutigen Fliesendesigns können Sie sich die Wand- und Bodenfliesen auswählen, die zu Ihrem favorisierten Wohnstil passen – sei es rustikal-verspieltes Mosaik, zeitlose Holzfliesen oder hochwertige Fliesen im Natursteinlook. Wer eine modern-puristische Atmosphäre im Bad wünscht, wählt Großformatfliesen in Beton- oder Zementoptik.

Weitere Informationen rund um die barrierefreie Badgestaltung unter www.deutschefliese.de.

Professionelle Unterstützung bei der Planung und eine bis ins Detail perfekte Umsetzung bieten zahlreiche Fachverleger, die sich auf das Thema spezialisiert haben.

2017-08-13T16:20:59+00:00